Wir im Saarland – Grenzenlos extra / Wir im Saarland – Kultur extra

So schläft die Welt

Teil 1 – Frankreich: Ein Film von Marion Schmidt, Montag, 20.07.2020, 18.50 Uhr

Teil 2 – Deutschland: Ein Film von Sibylle Smolka: Mittwoch, 22.07. 2020, 18.50 Uhr

SR Fernsehen

Dass sich die französische und die deutsche Lebensart in vielerlei Hinsicht unterscheiden, ist nichts Neues. Aber was ist eigentlich mit dem privatesten Bereich des Lebens? Was passiert, wenn abends das Licht ausgeht? Wie schlafen Franzosen und Deutsche?

Wer schon einmal in Frankreich übernachtet hat, dem fallen vermutlich Nackenrollen und durchgehende Decken ein, am Fußende fein säuberlich unter die Matratze geschlagen. In der Reihe „So schläft die Welt“ beschäftigt sich Schlafmediziner Dr. Michael Feld mit solchen nationalen Eigenheiten. Die Deutschen sind berühmt für ihre Disziplin und Effizienz. Deshalb wird morgens besonders früh aufgestanden, am frühesten in ganz Europa. Gleichzeitig gehen wir immer später schlafen. Dauerbeleuchtung  und Smartphone lassen uns nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Nacht ist jetzt auch Tag.

Dass immer weniger und schlechter geschlafen wird, gilt für beide Länder und auch fast überall sonst auf der Welt. Welche Folgen hat das für die Gesundheit?

Wir besuchen Deutschlands erstes Nickerchencafé, wo sich gestresste Großstädter in der Mittagspause diskret erholen und lassen testen, ob eine Übernachtung im Kornfeld wirklich so romantisch ist, wie die meisten Deutschen denken.

Dr. Michael Feld schaut Franzosen und Deutschen unter die Bettdecke, hinterfragt alte Gewohnheiten, nimmt neue Konzepte unter die Lupe und räumt mit Klischees auf.

Redaktion: Natalie Weber / Sabine Janowitz

(Gabriele Jaeck, 16.07.2020)

Themen von "Wir im Saarland - Grenzenlos" am 25.Mai im SR Fernsehen und danach in der SR-Mediathek

*On Lein: Der Baguette-Angler von Lauterbach*

An der Grenze zwischen Lauterbach und Carling ist er zu Hause: Der „Baguette-Angler“ Hartmut Fey, dessen Video um die ganze Welt ging. Seit Beginn der Coronakrise kann er nicht wie gewohnt zu seiner französischen Bäckersfrau Myriam über die Grenze gehen und sein Sonntags-Baguette holen. Also ließ er sich etwas einfallen und angelte sein Brot herüber, ganz legal und mit Hygieneabstand. Wir treffen den Baguette-Angler an der Grenze und bei sich zu Hause und schauen uns an, wie sich sein Leben seitdem verändert hat.

·*Online: „Covidmemory“ in Luxemburg*

So heftig sie unseren Alltag im Moment auch im Griff hat – in einiger Zeit wird die Corona- Pandemie Geschichte sein. Wie bei allen historischen Ereignissen wird die Erinnerung nach und nach verblassen. Und wir werden nach Dokumenten suchen, die das persönlich Erlebte widerspiegeln. Dass die dann auch auffindbar sind, hat sich das Luxemburgische Zentrum für Zeit- und Digitalgeschichte zur Aufgabe gemacht. Auf der Plattform „Covidmemory“ kann jeder seine Erinnerung beisteuern. Wir sprechen mit den Initiatoren des Projekts und mit einem Teilnehmer, der die Zeit der Pandemie bewältigt, indem er Karikaturen darüber zeichnet.

·*Anspannung: Die Retter von Notre Dame*

In den frühen Morgenstunden des 16. April 2019 wacht Paris im Schock auf: „Notre-Dame“ brennt. Ein Jahr lang begleitet ein Kamerateam die Anstrengungen, die Pariser Kathedrale vor dem Einsturz zu retten. Jeder Tag stellt die Fachleute – Architekten, Archäologen, Ingenieure, hochspezialisierte Handwerker, Profi-Kletterer – vor neue, schier unlösbare Herausforderungen. Das SR Fernsehen zeigt die Dokumentation „Die Retter von Notre-Dame“ am Pfingstmontag. Ein Vorgeschmack.

·*Entspannung: Saarländische Natur-Frisörin in Lothringen*

In unserer Reihe „Saarländer*innen in Grand Est“ stellen wir Pia Kern-Bost vor. Sie stammt aus Karlsbrunn und eröffnete als junge Frisörmeisterin einen Salon in Cocheren. Der wuchs und gedieh – bis der Burn Out kam. Nach einer Phase der Rückbesinnung verwendet Pia nur noch natürliche Farben und Pflegemittel, nimmt sich für Kunden mehr Zeit und hat sich einen Salon an ihrem Wohnhaus in Farschviller eingerichtet, wo sie bei schönem Wetter auch Behandlungen im Garten macht.

·*Tour de Kultur: Die „Family of Man“ in Clervaux hat wieder auf*

Nach und nach öffnen kulturelle Einrichtungen vorsichtig wieder ihre Pforten. Darunter die „Familiy of Man“. Sie gilt als größte Fotoausstellung aller Zeiten und zeigt ein umfassendes Bild der Menschheit, das das Verständnis zwischen den Völkern fördern soll. Seit 1966 ist sie in Clervaux ganz im Norden Luxemburgs zuhause und gehört seit einigen Jahren zum UNESCO Weltdokumentenerbe.

(25.05.2020)

Neues aus dem Historischen Museum Saar

Das hoffnungsfroh gestartete interessante Begleitprogramm zu der sehenswerten Sonderausstellung im oberirdischen Teil des Historischen Museums Saar fand durch die Corona-Krise bereits im März ein jähes Ende. Mit der Wiedereröffnung des Museums am 15. Mai hat nun jeder Interessierte an der Geschichte des Saarlandes im Allgemeinen und an der ganz speziellen Geschichte des Saargebietes wieder die Gelegenheit das Historische Museum Saar zu besuchen.

´Leben zwischen Tradition und Moderne im internationalen Saargebiet 1920-1935', so lautet der Untertitel des gerade frisch erschienenen Katalogs zur Ausstellung „DIE 20er JAHRE“ im Historischen Museum Saar.
Die Sonderausstellung mit Objekten internationaler Leihgeber sowie die in der Dauerausstellung im Untergeschoss des Gebäudes gut aufgearbeitete Vergangenheit des Saarlandes ermöglicht, die vor dem Hintergrund europäischer Entwicklungen getroffenen Entscheidungen nachzuvollziehen. Der reichbebilderte Katalog ist ein weiteres Standbein für die Beschäftigung mit dieser für das Saarland so besonders interessanten Zeit. In 26 Textbeiträgen verschiedener Autoren und einer 15 seitigen Chronologie wird die facettenreiche Geschichte des damals neugeschaffenen Sonderregierungsbezirks „Saargebiet“ dargestellt. Weder zu Deutschland, noch ganz zu Frankreich gehörend, war das Gebiet ein politisches Konstrukt unter der Regierung des internationalen Völkerbundes und nicht ganz deckungsgleich mit den heutigen Grenzen des Saarlandes.
Den Herausgebern Simon Matzerath und Jessica Siebeneich ist es gelungen, zusammen mit ihren Co-Autoren, dem Leser den Tanz auf dem Vulkan, am Vorabend der nächsten großen Zäsur im Saarland, allgemein verständlich darzubringen. Dabei ist der Blick sowohl auf das große Ganze wie auch auf die kleinen Dinge des alltäglichen Lebens aus Sicht der Bevölkerung gerichtet. Von A, wie Arbeiterbewegung bis Z, wie Zahnhygiene spannt sich der thematische Bogen. Und immer wieder stößt man auf das ambivalente Verhältnis zwischen dörflicher Restriktion und dem Aufbruch in die Moderne. Der sozialpolitische Umbruch, nicht zuletzt auch ein Resultat des vorangegangenen Krieges, zeigt die Licht- und Schattenseiten der Veränderungen. Nicht jeder konnte und wollte auf den Zug der neuen Zeit aufspringen: Traditionelle Rollenbilder wurden in Frage gestellt, Schule und Arbeitswelt veränderten sich, neue Medien entwickelten sich und Architektur schuf neue Räume. Viele avantgardistischen Entwicklungen blieben jedoch auf der Strecke. Und so hat der Untertitel der Ausstellung auch einen leicht wehmütigen Beiklang!
Auch nach der Lektüre des Kataloges werden noch viele Fragen unbeantwortet bleiben - jeder Einzelne ist eingeladen, sich einzulassen und sich anhand des historischen Bild- und Filmmaterials sein eigenes Bild von dieser spannenden und spannungsreichen Zeit zu machen: Sonderausstellung, Dauerausstellung, Katalog und Begleitprogramm bilden dabei eine einzigartige Einheit und es zeigt sich einmal mehr, dass sich die nähere Beschäftigung mit dem 100 Jahre jungen Land an der Saar lohnt!

Simon Matzerath und Jessica Siebeneich (HG.)
„Die 20er Jahre: Leben zwischen Tradition und Moderne im internationalen Saargebiet (1920-1935)“
Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2020
29,95 Euro.  Direkt beim Verlag und im Museum erhältlich.
ISBN: 978-3-7319-0931-6

Die Sonderausstellung „DIE 20er JAHRE“ wurde verlängert bis zum 30. August 2020
Im Museum gelten die üblichen Corona-Schutzregeln, wie Maskenpflicht und Abstand halten, Handdesinfektion und Einbahnwegeführung.
Gästeführer mit Ausweis haben freien Eintritt!!
(Gabriele Sauer, 24.05.2020)

 

Orientierungsempfehlung zur Wiederaufnahme von Gästeführungen

Liebe Kollegen, Liebe Kolleginnen,

in Zusammenarbeit mit der TZS und dem BVGD ist eine Orientierungsempfehlung entstanden.

Wir können unsere Tätigkeit als Gästeführer/in wieder aufnehmen. Leider müssen wir einige Einschränkungen beachten.

Wir im Saarland – Grenzenlos Extra

Das weiße Gold des Südwestens – Porzellan aus Ottweiler

Ein Film von Maria C. Schmitt Am Montag, 20.04.2020, um 18.50 Uhr im SR Fernsehen

Es geht um Liebe und Erotik, um Schuldenkrisen in Adelskreisen, verschwundene Schätze und um Leidenschaften, von denen man nicht mehr loskommt. Namhafte Künstler und die reichsten Männer Europas waren beteiligt. Auch im Fürstentum Nassau-Saarbrücken hinterließ die Sucht nach Porzellan ihre Spuren. Die Hauptakteure waren die Fürsten von Nassau-Saarbrücken, samt Mätressen und Gemahlinnen. 30 Kilometer von ihrer Residenz Saarbrücken entfernt hatten sie in dem Städtchen Ottweiler eine Porzellan-Werkstatt eingerichtet, eine wahre Wunderkammer. Von ihr führen heute Spuren in die ganze Welt, sogar nach Übersee. Porzellan aus der Ottweiler Manufaktur des Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken ist heute sehr selten und äußerst wertvoll. Noch immer tauchen von Zeit zu Zeit bei Auktionen außergewöhnlich kunstvoll bemalte Tassen, Teller oder Kannen aus dem deutschen Südwesten auf, die internationalen Sammlern Tausende von Euro wert sind. Nur wenige Jahre, von 1763 bis 1800, wurde in Ottweiler produziert - von Meistern ihres Fachs aus Frankreich und mit wertvollem Kaolin aus Passau. Fürst Wilhelm Heinrich war nichts zu teuer. In opulenten Bildern erzählt der Film nicht nur die spannende Geschichte der Manufaktur, die lange im Dornröschenschlaf lag, sondern auch vom Lebensgefühl der Barockzeit, von einer außergewöhnlichen Liebe zwischen Fürst und Gänsegretel --- und von Leidenschaften, die immer noch lebendig sind. Die Suche nach dem „weißen Gold“ aus Ottweiler führt nach Hamburg, Augsburg, Köln, Heidelberg und Weinheim. So dokumentiert der Film ein lebendiges Stück Heimatgeschichte, denn obwohl die Manufaktur in Ottweiler nur wenig mehr als 30 Jahre produziert hat, leben die Fürsten bis heute weiter durch ihr Porzellan.

(Natalie Weber, 1. Redakteurin)

(Jaeck Gabriele, 16.04.2020)

Cicerone - Ausgabe 2/2019