Serienhighlight: Die Saar

Wer kennt es nicht: Man verfolgt eine spannende Serie in der Saarbrücker Zeitung, sammelt akribisch alle Seiten und am Schluss fehlt doch wieder die Hälfte! Diesem Missstand und der Zettelwirtschaft im Bücherregal macht das neue Buch „Die Saar im Fluss der Zeit“ ein Ende.
Der Autor Michael Kipp, Redakteur der SZ, und der Fotograf und Art Director der SZ, Robby Lorenz, beide seit Kindesbeinen mit der Saar und dem Saarland eng verbunden, haben ihre 2018/19 in der Saarbrücker Zeitung erschienene 24-teilige Serie nun als aufwändig gestaltetes Buch im Geistkirch Verlag vorgelegt. In 16 Kapiteln, von der Urzeit, als das Mammut seinen Durst an den Wassern der Ursaar stillte bis zum Ausbau des Flusses zur Großschifffahrtstraße der Klasse IV über die großteils die saarländischen Handelsgüter verschifft werden, wird der Fluss mit all seinen Facetten beleuchtet. Die darauffolgenden Kapitel sind dem Verlauf der Saar gewidmet, von ihren beiden Quellen am Donon in den Vogesen, durch Nordost-Lothringen und das Saarland bis zu ihrer Mündung in die Mosel in Konz im benachbarten Rheinland-Pfalz. In locker journalistischem Jargon fächert Kipp 3000 Jahre Menschheitsgeschichte an den Ufern der Saar auf und beschreibt dabei auch die sich wandelnde Nutzung und Wahrnehmung des Flusses. Auf alten Stichen, Gemälden und historischen Fotos zeigt sich die Bedeutung des Gewässers und der an ihm lebenden Menschen. Dem Fotografen Lorenz ist es gelungen mit seinen Fotos sowohl die Tradition als auch den Bedeutungswandel der Saar einzufangen. In der kongenialen Zusammenarbeit der beiden Autoren ist ein Buch entstanden, das auf 180 Seiten, gänzlich ohne heimattümelndes Pathos, die Geschichte von Land und Leuten an der Saar in Worten wie in Bildern erzählt.

Michael Kipp und Robby Lorenz
Die Saar im Fluss der Zeit
Saarbrücken 2020
ISBN 978-3-946036-15-9
24.80 €
(Gabriele Sauer, 11.01.2021)

Barocke Kleinodien entdecken

Man kann sich auf viele Arten dem Thema Barock im Saarland und der angrenzenden Westpfalz nähern: bei Führungen in historischer Gewandung, Stadtführungen mit architektonischem oder kulturhistorischem Schwerpunkt, bei Vorträgen, VHS-Kursen oder auf der 120 Kilometer langen Barockstraße. Diese im Jahre 2007 auf Initiative von Klaus Friedrich in Kooperation mit den Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken eingerichtete Themenstraße richtet den Focus auf die interessante Zeit des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts. Für die Region, eingebettet zwischen den großen Machtzentren, war dies eine der interessantesten Epochen mit weitreichendem Einfluss auf die große Weltgeschichte.
Mit dem neuen Kulturführer "barock EN ROUTE" wird die Leserschaft auf 204 Seiten eingeladen, sich auf Spurensuche zu machen: entlang der Barockstraße Saarpfalz, deren Hauptstrecke die vier ehemaligen Residenzstädte Saarbrücken, Blieskastel, Zweibrücken und Ottweiler miteinander verbindet. Die Residenzen der Fürsten von Nassau-Saarbrücken, der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken und der Grafen von der Leyen werden in den Hauptkapiteln des Buches vorgestellt, ihre Städte detailliert beschrieben und mit aktuellen Fotos, historischen Bildern, Karten und Plänen ergänzt. Ein ausführlicher Informationsteil zu jeder Stadt enthält viele Tipps für eigene Entdeckungen und aktuelle Adressen wichtiger Kooperationspartner und touristischer Dienstleister. Kurze Statements ausgewiesener Kenner der Region und der Geschichte machen Lust auf mehr!
So vereint dieses Buch viele Anforderungen und ist der ideale universelle Begleiter, um sich dem Thema Barock in unserer Heimatregion zu nähern: den offiziellen Highlights wie dem Schloss und der Ludwigskirche in Saarbrücken, dem Witwenpalais und Stengel-Pavillon in Ottweiler oder dem Edelhaus mit Gartenanlage in Schwarzenacker sowie den Ruinen und Erinnerungen ehemals prachtvoller Schlösser, ausgedehnter Jagdreviere und stilvoller Gartenanlagen des Adels in der Zeit zwischen 1650 und 1800.

Wolfgang Felk und Jürgen Proföhr
barock EN ROUTE, Spurensuche entlang der Barockstraße Saarpfalz
Blieskastel 2020
ISBN: 978-3-00-066627-8
7.90 €
(Gabriele Sauer, 27.12.2020)

Weihnachtsgruß vom BVGD

Neu erschienen: "Steinerne Macht"

Endlich ist sie da, die Publikation der Forschungsarbeiten zu Burgen, Festungen und Schlössern in der Großregion Lothringen, Luxemburg und Saarland!
Aus dem Fachkolloquium `Steinerne Macht` und der gleichnamigen Ausstellung 2018/19 des Historischen Museums entstand das Bedürfnis, die spektakulären neuen Erkenntnisse der Historiker, Archäologen, Kunst- und Baugeschichtler, einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Herausgekommen ist ein 4 Kilogramm gewichtiger Sammelband geballter Informationen, der auf 680 Seiten den neusten Stand der grenzüberschreitenden interdisziplinären Forschung zur Herrschafts- und Baugeschichte vom 9. bis in das 20. Jahrhundert darlegt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Saarbrücker Schlossfelsen, seiner Bebauung bis heute und seiner archäologischen Funde. Diese gesamt annähernd 10.000 Objekte werden in ihren kulturhistorischen Hintergrund eingebettet und lassen die vergangenen Zeiten im hochherrschaftlichen Saarbrücken lebendig werden.
Jedes der 52 Kapitel des Buches ist zudem kurz in französischer und englischer Sprache zusammengefasst und wird durch eine aktuelle Liste weiterführender Literatur ergänzt.
Die zahlreichen Abbildungen, Zeichnungen, digitalen Rekonstruktionen sowie die großformatigen Luftbildaufnahmen ermöglichen wahrlich einen neuen Blick auf die reiche Kulturlandschaft der Region Saar-Lor-Lux, den sich niemand entgehen lassen sollte!

Simon Matzerath und Guido von Büren (Hrsg.):
Steinerne Macht. Burgen, Festungen, Schlösser in Lothringen, Luxemburg und im Saarland
Verlag Schnell & Steiner, Regensburg, 2020
ISBN 978-3-7954-3387-1
45,- €.
(Gabriele Sauer, 17.12.2020)

 

ITB 2021 nur in digitaler Form

Die ITB Berlin 2021 und der ITB Berlin Kongress werden vom 9. bis 12. März rein in digitaler Form stattfinden. Das hat die Messe Berlin wegen der Coronapandemie entschieden. Schwerpunkte sollen Content, Business und Networking sein. Detaillierte Informationen dazu sind ab Mitte November auf der Homepage der ITB verfügbar.

(29.10.2020, Petra Klotz/Michael Schmitt)

Interessant für Gästeführerinnen und Gästeführer: WimS Grenzenlos

Immer montags um 18.50 Uhr im SR Fernsehen

Die Sendung "Wir im Saarland (WimS) Grenzenlos" ist jeden Montag um 18.50 Uhr im SR Fernsehen zu sehen. Fast jede Woche sind Beiträge in der Sendung, die für Gästeführerinnen und Gästeführer im Saarland und der Großregion interessant sind. So gibt es unter anderem Ausflugstipss und Tipps zu Übernachtungsmöglichkeiten in der Großregion.

Die Sendungen sind nach der Ausstrahlung komplett bzw. als einzelne Beitrage in der SR Mediathek zu sehen und unter folgendem Link erreichbar:
https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=10&sen=GL-WIMS

(Michael Schmitt, 20.10.2020)

Neues aus dem Historischen Museum Saar

Das hoffnungsfroh gestartete interessante Begleitprogramm zu der sehenswerten Sonderausstellung im oberirdischen Teil des Historischen Museums Saar fand durch die Corona-Krise bereits im März ein jähes Ende. Mit der Wiedereröffnung des Museums am 15. Mai hat nun jeder Interessierte an der Geschichte des Saarlandes im Allgemeinen und an der ganz speziellen Geschichte des Saargebietes wieder die Gelegenheit das Historische Museum Saar zu besuchen.

´Leben zwischen Tradition und Moderne im internationalen Saargebiet 1920-1935', so lautet der Untertitel des gerade frisch erschienenen Katalogs zur Ausstellung „DIE 20er JAHRE“ im Historischen Museum Saar.
Die Sonderausstellung mit Objekten internationaler Leihgeber sowie die in der Dauerausstellung im Untergeschoss des Gebäudes gut aufgearbeitete Vergangenheit des Saarlandes ermöglicht, die vor dem Hintergrund europäischer Entwicklungen getroffenen Entscheidungen nachzuvollziehen. Der reichbebilderte Katalog ist ein weiteres Standbein für die Beschäftigung mit dieser für das Saarland so besonders interessanten Zeit. In 26 Textbeiträgen verschiedener Autoren und einer 15 seitigen Chronologie wird die facettenreiche Geschichte des damals neugeschaffenen Sonderregierungsbezirks „Saargebiet“ dargestellt. Weder zu Deutschland, noch ganz zu Frankreich gehörend, war das Gebiet ein politisches Konstrukt unter der Regierung des internationalen Völkerbundes und nicht ganz deckungsgleich mit den heutigen Grenzen des Saarlandes.
Den Herausgebern Simon Matzerath und Jessica Siebeneich ist es gelungen, zusammen mit ihren Co-Autoren, dem Leser den Tanz auf dem Vulkan, am Vorabend der nächsten großen Zäsur im Saarland, allgemein verständlich darzubringen. Dabei ist der Blick sowohl auf das große Ganze wie auch auf die kleinen Dinge des alltäglichen Lebens aus Sicht der Bevölkerung gerichtet. Von A, wie Arbeiterbewegung bis Z, wie Zahnhygiene spannt sich der thematische Bogen. Und immer wieder stößt man auf das ambivalente Verhältnis zwischen dörflicher Restriktion und dem Aufbruch in die Moderne. Der sozialpolitische Umbruch, nicht zuletzt auch ein Resultat des vorangegangenen Krieges, zeigt die Licht- und Schattenseiten der Veränderungen. Nicht jeder konnte und wollte auf den Zug der neuen Zeit aufspringen: Traditionelle Rollenbilder wurden in Frage gestellt, Schule und Arbeitswelt veränderten sich, neue Medien entwickelten sich und Architektur schuf neue Räume. Viele avantgardistischen Entwicklungen blieben jedoch auf der Strecke. Und so hat der Untertitel der Ausstellung auch einen leicht wehmütigen Beiklang!
Auch nach der Lektüre des Kataloges werden noch viele Fragen unbeantwortet bleiben - jeder Einzelne ist eingeladen, sich einzulassen und sich anhand des historischen Bild- und Filmmaterials sein eigenes Bild von dieser spannenden und spannungsreichen Zeit zu machen: Sonderausstellung, Dauerausstellung, Katalog und Begleitprogramm bilden dabei eine einzigartige Einheit und es zeigt sich einmal mehr, dass sich die nähere Beschäftigung mit dem 100 Jahre jungen Land an der Saar lohnt!

Simon Matzerath und Jessica Siebeneich (HG.)
„Die 20er Jahre: Leben zwischen Tradition und Moderne im internationalen Saargebiet (1920-1935)“
Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2020
29,95 Euro.  Direkt beim Verlag und im Museum erhältlich.
ISBN: 978-3-7319-0931-6

Die Sonderausstellung „DIE 20er JAHRE“ wurde verlängert bis zum 30. August 2020
Im Museum gelten die üblichen Corona-Schutzregeln, wie Maskenpflicht und Abstand halten, Handdesinfektion und Einbahnwegeführung.
Gästeführer mit Ausweis haben freien Eintritt!!
(Gabriele Sauer, 24.05.2020)

 

Orientierungsempfehlung zur Wiederaufnahme von Gästeführungen

Liebe Kollegen, Liebe Kolleginnen,

in Zusammenarbeit mit der TZS und dem BVGD ist eine Orientierungsempfehlung entstanden.

Wir können unsere Tätigkeit als Gästeführer/in wieder aufnehmen. Leider müssen wir einige Einschränkungen beachten.

(Jaeck Gabriele, 16.04.2020)

Cicerone - Ausgabe 2/2019